Für eine Handvoll Euro – Mit einem FondsSparplan zum Vermögen

Martin Mrowka | Geldanlage/Luftfahrt/Logistik/Solar/Windkraft
28.06.2018 12:12
Regelmäßig eine Summe in Fonds gespart, ergibt in einigen Jahren ein kleines Vermögen.

Schon relativ kleine Sparraten bringen langfristig ansehnliche Summen zusammen – wenn man regelmäßig die richtigen Fonds-Anteile kauft. DER ANLEGER nennt ein paar lukrative Beispiele.

Rund 75.000 Euro Erspartes hat jeder Bürger in Deutschland auf der hohen Kante, sagt die Statistik. Per Ende 2017 summierte sich das gesamte Geldvermögen hierzulande auf mehr als sechs Billionen Euro – eine Sechs mit zwölf Nullen. Aber das Geld ist leider nicht gleichmäßig verteilt. Auf der einen Seite stehen mittlerweile rund 1,2 Millionen Millionäre, auf der anderen Seite gibt es auch viele Menschen, die gar kein Geld gespart haben.

Doch diese extreme Ungleichheit müsste nicht sein. Wer rechtzeitig mit dem Sparen anfängt, kann spätere Armut vermeiden. Es bedarf allerdings einiger Disziplin, regelmäßig zu Monatsbeginn über viele Jahre hinweg Geld in einen Investment-Fonds zu stecken, um nach einigen Jahren eine fünfstellige Summe auf dem Konto zu haben.

Verbraucher in Deutschland sind zu vorsichtig

Das Zauberwort heißt Fondssparplan. Schon ab 25 Euro monatlich ist das möglich. So können auch Berufsanfänger oder Geringverdiener einen Teil ihres Lohns abzwacken und etwas Nützliches für ihre Altersvorsorge tun. Wer sich später höhere Sparraten leisten kann, stockt die monatliche Summe einfach auf.

Doch die Deutschen sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr risikoscheu. Lieber lassen sie ihr Erspartes zu Mini-Zinsen oder gar unverzinst auf Sparbüchern oder Festgeldkonten ruhen, statt in den chancenreichen Aktienmarkt zu investieren. Nur knapp 14 Prozent der Verbraucher in Deutschland haben Aktien oder Fonds. „Aktien bringen doch Verluste“, heißt es oft von den Skeptikern. „Hat man doch vor ein paar Jahren an der T-Aktie gesehen.“


So funktionieren Investmentfonds

Ja, aber … Die Entwicklung der Telekom ist ein prominentes Beispiel dafür, dass es mit Einzelaktien gefährlich werden kann. Doch kauft man gleich ein ganzes Bündel von Aktien, die zum Beispiel in einem Index zusammengefasst sind, reduziert sich das Verlustrisiko stark. Der Deutsche Aktienindex DAX beispielsweise verlor zwar nach dem Platzen der Internetblase bis 2003 etwa zwei Drittel an Wert, doch schon im Jahr 2007 waren die Verluste komplett wieder wettgemacht. Auch nach der großen Finanzkrise halbierte sich der DAX in 15 Monaten bis 2009, aber gut vier Jahre später stand er höher als vor dem großen Kursrutsch.

Also nicht nervös werden, wenn die Kurse zwischenzeitlich mal fallen. Über einen langen Zeitraum kann das Verlustrisiko am Aktienmarkt oft gemindert werden. Denn viele Aktienfonds oder Indexfonds profitieren auch von Dividendenausschüttungen der Unternehmen, die immer wieder angelegt werden und den Zinseszinseffekt vergrößern.

Der Fondssparer nutzt gleichzeitig den sogenannten Cost-Average-Effekt: Durch die regelmäßigen Einzahlungen werden die Anteile zu verschiedenen Kursen gekauft. In Zeiten niedriger Fondspreise werden mehr Anteile gekauft und in Zeiten hoher Fondspreise etwas weniger.

Fonds beim Discounter kaufen

Wer sein Erspartes nicht in einem Wertpapierdepot, sondern auf einem Bankkonto hält, verliert effektiv Geld. Denn der Kaufkraftverlust ist auf Dauer größer als die Verzinsung. Der Wertverlust des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland summiert sich auf über 38 Milliarden Euro allein im Jahr 2017, berechneten die Volkswirte der DZ-Bank. Wenn die Inflation künftig ansteigt, werden die Verluste sogar noch größer.

Also Aktienfonds kaufen! Dazu benötigt man ein Depot bei einer Bank, am besten bei einem auf Fondssparpläne spezialisierten Online-Broker. Dort gibt es Fondsanteile nämlich oft mit einem Discount auf den Ausgabeaufschlag. Letzterer kann mehr als 5,0 Prozent betragen und schmälert die Rendite langfristig spürbar. Direktbanken wie Comdirect.de oder Consorsbank.de haben oft ausgabeaufschlagfreie Angebote.

Wer über spezialisierte Vermittler wie FondsDiscount.de oder FondsVermittlung24.de geht, erhält Fondssparpläne sogar regelmäßig ohne Ausgabeaufschlag. Auch die Experten vom Bundesverband Investment und Asset Management e.V., kurz BVI, empfehlen, das Agio gering zu halten. So könne der Vermögensaufbau verbessert werden.

Wieviel aus regelmäßigen Einzahlungen von monatlich 100 Euro in verschiedenen Fonds-Kategorien wurde.

Beste Fonds mit satten jährlichen Renditen

Dabei kann sich die jährliche Rendite durchaus auch mit dem Aufschlag sehen lassen. In der jüngsten BVI-Fonds-Statistik werden die Ergebnisse aus zehn Jahren Sparplan aufgelistet (siehe Tabelle oben). Wer seit 2007 jeden Monat 100 Euro in einem Fonds mit Schwerpunkt deutsche Aktien angelegt hat, insgesamt also 12.000 Euro einzahlte, konnte im Herbst 2017 im Schnitt (!) 19.431 Euro kassieren. Das entspricht einer jährlichen Rendite von satten 9,3 Prozent! Ohne Ausgabeaufschlag wäre der Gewinn sogar noch etwas höher ausgefallen.

Solche Wertzuwächse sind jedoch nicht oft möglich. Die Zeit nach der Finanzkrise bot dank sehr niedriger Einstandskurse besonders gute Sparmöglichkeiten. Aber mehr als fünf Prozent jährlich sollten über einen langen Anlagezeitraum mit Aktienfonds-Anteilen fast immer erreichbar sein (siehe Tabelle oben). Regelmäßig 100 Euro monatlich in einen global anlegenden Aktienfonds mit nur 6,0 Prozent jährlicher Rendite eingezahlt, brachten nach 15 Jahren bei 5,0 Prozent Agio 28.877 Euro. Mit dem Sparplan-Rechner vom BVI (www.bvi.de/Sparplan-Rechner) lassen sich auch andere monatliche Beiträge, Renditen und Laufzeiten ermitteln.

Auch wer nur kleine Beträge monatlich entbehren kann, kann sich über satte Wertzuwächse freuen. Wer seit 2007 etwa monatlich 25 Euro im zuletzt besten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland einzahlte (DWS Deutschland LC), erzielte nach zehn Jahren gut 6.000 Euro – eine Verdoppelung des eingezahlten Kapitals. Ohne Ausgabeaufschlag wären sogar mehr als 6.300 Euro herausgekommen. Wer 50 Euro monatlich sparte, kam bis Herbst 2017 auf 12.685 Euro.

Fondssparplan vom Arbeitgeber

Der BVI empfiehlt Sparern mit eher kleinerem Einkommen auch das VL-Sparen. Vermögenswirksame Leistungen sind Sparbeträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt – oft zusätzlich zum Gehalt. Vom Staat gibt es obendrauf noch die Arbeitnehmer-Sparzulage, wenn das zu versteuernde Einkommen 20.000 Euro bei Ledigen beziehungsweise 40.000 Euro bei zusammen Veranlagten nicht übersteigt. Das Depot wird bis zu einem jährlichen Sparbetrag von 400 Euro gefördert.

Top-Fonds mit zehn verschiedenen Anlageschwerpunkten

In der Tabelle oben haben wir die besten Sparplan-Fonds für verschiedene Anlageschwerpunkte der vergangenen zehn Jahre zusammengestellt. Dass sie auch in der Zukunft so laufen, ist jedoch nicht sicher. Nicht vergessen werden darf auch, dass höhere Gewinnchancen immer auch mit vergrößerten Risiken einhergehen.

Und dennoch: Monatlich nur 50 Euro in einen durchschnittlichen internationalen Fonds mit einer Wertentwicklung von 6,5 Prozent kontinuierlich über 35 Jahre eingezahlt, ergeben laut Sparplan-Rechner schöne 77.041 Euro – womit das heutige Pro-Kopf-Durchschnitts-Geldvermögen hierzulande übertroffen wäre.


Dieser Artikel ist in der Februar-Ausgabe unseres Monats-Magazins erschienen, die Sie unter diesem Link noch bestellen können. Darin außerdem interessante Themen zu Aktien, Gold, Kryptowährungen und Rotwein als Geldanlage.

Der Fonds-Verband BVI hat eine Broschüre zu Fonds-Sparplänen herausgegeben, die Sie als pdf hier kostenfrei herunterladen können.

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