Wenn Sie beim Börsengang von Netflix 1.000 Euro in den Streaming-Dienst investiert hätten, besäßen Sie heute 197.400 Euro

Leon Müller | Chefredakteur
07.05.2018 14:00
Netflix seit IPO

260 Angestellte, 75,9 Millionen Dollar Umsatz – das war Netflix im Jahr 2001. Kurze Zeit später, am 23. Mai 2002, ging der Verleiher von Film-DVDs an die Börse. Eine Aktie kostete damals 15 Dollar – bereinigt um inzwischen zwei Aktiensplits umgerechnet 1,07 Dollar. Heute ist das Papier über 210 Dollar wert. Wesentlich zu dieser Steigerung um beinahe 20.000 Prozent beigetragen hat eine wegweisende Entscheidung: 2007 erfand sich das Unternehmen neu. Heute würde man sagen, Netflix hat den Prozess der Disruption erfolgreich durchlaufen. Aus dem Verleiher von DVDs wurde ein Streaming-Anbieter. Filme wurden also nicht länger auf einer DVD per Post an die Abonnenten versendet, sondern per Internet direkt ins Wohnzimmer der Konsumenten gestreamt. Es sollte allerdings drei Jahre dauern, bis der Markt die Änderung honorierte und die Aktie aus ihrer Lethargie erwachte. 


2012 schließlich betrat Netflix mit seinem Angebot den europäischen Markt – und die Aktie hob endgültig ab. Heute setzt Netflix über elf Milliarden Dollar um und beschäftigt über 3.200 Angestellte. Mit einem Marktwert von über 90 Milliarden Dollar zählt der Konzern zu den wertvollsten Tech-Firmen der Welt – und wird trotz seines Gewichts als Übernahmekandidat gehandelt. Interesse wird unter anderem Apple nachgesagt, das mit einer Übernahme seinen Konkurrenten Amazon beim Content-Streaming ausstechen könnte. 


Dieser Artikel aus der Reihe "Verpasst? – Das wurde aus 1.000 Euro" ist in der Februar-Ausgabe unseres Magazins DER ANLEGER erschienen, die Sie hier lesen können.

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